01.10.2010 Inspektion in Bertoldsheim
Bertoldsheim (tef) Eine Woche lang üben reichte der Bertoldsheimer Feuerwehr aus, um gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Im Rahmen der Inspektion, der sich jede Wehr im drei Jahresrhythmus stellen muss, absolvierten außerdem fünf Aktive die Leistungsprüfung.
Autos müssen regelmäßig zur technischen
Überprüfung. Bei freiwilligen Feuerwehren gilt ein ähnliches Prozedere. Nur
begutachtet Kreisbrandinspektor Stark nicht allein das rote Einsatzfahrzeug,
sondern auch die Mannschaft und Ausrüstung – und zwar unter Einsatzbedingungen.
"Angenommener Brand einer landwirtschaftlichen Halle", verkündet Kommandant
Jürgen Lang. 22 Einsatzkräfte stehen aufgereiht am Fahrzeug, hören aufmerksam
den Einsatzbefehl, während sich die blaue Rundumleuchte auf ihren Helmen
reflektiert. Der kritische Blick der Jury, bestehend aus Kreisbrandinspektor
Klaus-Peter Stark, Kreisbrandrat Gerhard Pichler und Alois Speth, richtet sich
auf der Truppe. Schon wuselt es wie in einem Ameisennest. Pumpe und Generator
brummen, Schläuche rollen aus, Sauerstoffflaschen und Masken werden angelegt.
Plötzlich erstrahlt das Gelände durch Scheinwerfer und schon schreit einer:
"Wasser marsch!" Das Wasser peitscht durch die Schläuche, bis es in großem Bogen
aus den Düsen auf das Hallendach regnet. Derweil orten die Atemschutzträger die
vermisste Person in der Halle und melden sofort per Funk nach außen.
Realistischer kann die Übung kaum sein.
Noch zackiger legten Manuel und Thomas Müller, Sonja Meier und Matthias Seefried ihr silbernes und Peter Hirschbeck sein goldenes Leistungsabzeichen ab. Jeder musste eine Karte aus der Hand von Pichler ziehen, auf der Rückseite stand dann eine von sieben verschiedenen Aufgaben. Die Zuschauer verfolgten gespannt den standardmäßigen Löschaufbau, wie er auch im Einsatz aussieht. Eine Ansaugleitung zur Wasserentnahme aus Gewässern zu kuppeln war die zweite Disziplin, und zuletzt wollten die Schiedsrichter noch vier verschiedene Knoten vorgeführt bekommen. "Ihr dürft euch nächstes Mal ruhig mehr Zeit lassen", lobte Stark. Alle Übungen wären im zeitlichen Rahmen gewesen, und es hätte nur kleine Schönheitsfehler gegeben, sagte Pichler.
Stolz war auch Bürgermeister Ernst Gebert, der sich vor Ort ein Bild von seiner Feuerwehr machte. "Es ist ein gutes und beruhigendes Gefühl für Bertoldsheim und die Gemeinde, eine solche gut ausgebildete Wehr zu haben", sagte er. Lob bekamen die Bertoldsheimer auch von Kreisinspektor Stark, der einzig kritisiert dass von 48 Aktiven nur 22 anwesend waren.
Von Stefan Brandl
http://www.donaukurier.de/lokales/neuburg/Bertoldsheim-Hallenbrand-simuliert;art1763,2330095
Besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Schiele, der seine Halle als Übungsobjekt zur Verfügung stellte.

von links nach rechts:
1. Kdt. Jürgen Lang, Thomas Müller, Matthias Seefried, Sonja Meier, 1. Vorstand
Stefan Schiller, Manuel Müller, Peter Hirschbeck,
Ehrenkommandant Alois Seefried, 2 Kdt. Karl Brandl, KBI K.P. Stark,
Ehrenkommandant Alfred Schmid, 1. Bürgermeister E. Gebert,
KBI A. Speth, Gemeinderätin Rosemarie Haag und Gemeinderat Alexander Weigl (es
fehlt KBM G. Pichler).